Haarausfall

Wie bekomme ich kräftige und gesunde Haare?

Medical Director Dr. Hans-Georg Dauer

Juni 20, 2022

Seien wir ehrlich: Wir machen es unserem Haar nicht gerade leicht. Das exzessive Föhnen, Styling, Färben und Waschen geht ihm einfach an die Substanz. Kein Wunder, dass es die Prozedur irgendwann nicht mehr mitmacht. Schluss jetzt, genug ist genug.

Denn "viel hilft viel" geht bei der Haarpflege schnell nach hinten los. Anstatt schöner kräftiger Haare müssen wir uns plötzlich mit fettigen Haaren oder gar mit Haarausfall herumschlagen. Doch das muss nicht sein. Wenn wir es richtig angehen, werden wir mit Glanz und Geschmeidigkeit belohnt.

Packen wir es an. Hier sind unsere besten Tipps & Tricks für umwerfend schönes Haar – von der richtigen Haarwäsche über die beste Haarkur bis hin zum ausgewogenen Ernährungsplan. Bye, bye sprödes Haar! Die Zeit der Bad Hair Days ist vorbei.

Was zeichnet gesunde Haare aus?

Sind meine Haare gesund? Gar nicht so leicht zu sagen. Denn was genau zeichnet eine schöne, kräftige und gesunde Mähne eigentlich aus?

Das Hauptmerkmal von gesunden Haarwurzeln ist Glanz. Geschmeidiges und seidig-glänzendes Haar zeugt von Frische und Vitalität. Hier wird bei der Pflege viel richtig gemacht. Denn je stärker das Haar glänzt, desto beständiger scheint die Schuppenschicht. Das bedeutet im Umkehrschluss: Je weniger das Haar glänzt, desto angeschlagener ist die Schuppenschicht. Aggressive Hair Care und ausgiebiges Styling haben offenbar bereits ihre Spuren hinterlassen.

Das zweite Hauptmerkmal für gesundes Haar ist eine gesunde Kopfhaut. Die Kopfhaut ist schliesslich die Basis eines intakten Haarwachstums. Hier wird über "gesund oder nicht gesund" entschieden. So sollst du nicht nur dein Haar, sondern auch deine Kopfhaut verwöhnen. Gönne ihr regelmässige Massagen mit reichhaltigem Haaröl und ertränke sie nicht in beschwerenden Pflegeprodukten. Weniger ist hier definitiv mehr.

Nicht aber nur der Ursprung, auch die Enden unserer Haare geben viel über ihren Gesundheitszustand preis – insbesondere die Spitzen. Sind sie spröde, trocken und fransig? Dann nichts wie ab zum Coiffeur. Die toten Enden müssen weg. Deine Spitzen sind dicht, kräftig und geschmeidig-weich? Glückwunsch, das klingt nach schönem und gesundem Haar.

Woran erkenne ich, dass mein Haar angeschlagen ist?

Pflege ich mein Haar richtig oder muss ich meine Haarroutine schleunigst ändern? Schwer zu sagen, schliesslich können wir nicht mal eben bei unserem Haar nachfragen. Stattdessen müssen wir Spuren lesen. Nur so kommen wir seinen Bedürfnissen auf die Schliche.

Lassen wir die Spurensuche beginnen:

  • Dein Haar wirkt schlapp, müde und kraftlos. Von Volumen und Schwung fehlt jede Spur.
  • Besonders dramatisch ist die Situation an den Spitzen. Sie sind extrem trocken, spröde und ausgefranst – ein Paradies für Haarbruch und Spliss.
  • Deine Kopfhaut hat sich auch schon mal besser angefühlt. Ständig ist sie trocken, spannt, juckt und brennt.
  • Haarausfall ist für dich kein Fremdwort. Phasenweise verabschieden sich mehr als 100 Haare pro Tag aus deinem Schopf.

Da trifft einiges auf dich zu? Dann ist bei deiner Haarroutine noch Luft nach oben. Denn Spliss, kaputte Enden, Haarverlust und eine trockene Kopfhaut gehören zu den Haarproblemen Nummer eins. Aber keine Sorge: Mit der richtigen Pflege bekommst du sie bald wieder in den Griff.

Haarwäsche - Was muss ich beachten?

Auf den ersten Blick ist es mit der Haarwäsche ganz einfach: Fettige Haare gehören unter die Dusche – keine Frage. Auf den zweiten Blick aber verwandelt sich die Haarwäsche plötzlich in ein viel komplexeres Thema. Da steckt mehr dahinter als nur Shampoos und Conditioner. Denn sobald die natürliche Schuppenschicht einmal angegriffen ist, müssen wir sie mit Samthandschuhen anfassen. Wie genau wir am besten mit ihr umgehen und welche Frisuren dem Haar guttun, das klären wir jetzt.

Haare waschen: Wie oft muss ich ran?

Sind die Haare fettig, müssen sie gewaschen werden. So einfach ist das. Nicht ohne Grund waschen viele ihre Haare täglich. Und trotzdem wundern sie sich immer wieder über ihre trockenen Haare. Was stimmt da nicht?

Ganz einfach: Die Haare werden zu oft gewaschen. Täglich bombardieren wir sie mit Shampoos, Conditionern und Kuren. Kein Wunder, dass sie irgendwann die Nase voll haben. Sie beginnen sich, gegen den Wirkstoff-Cocktail zu wehren.

Besonders schwer haben es die Talgdrüsen der Kopfhaut. Sie ertrinken förmlich in den vielen verschiedenen Wirkstoffen. Die Folge: Die Talgproduktion gerät ins Wanken. Und je schleppender die Talgproduktion läuft, desto schneller kommt es zur Austrocknung der Kopfhaut. Nach und nach verliert sie ihre natürliche Schutzschicht.

Das zweite Problem: Das ständige Waschen löst die natürliche Schuppenschicht der Haare auf, die uns Glanz und Geschmeidigkeit schenkt. Und je rauer und angeschlagener die Schuppenschicht, desto trockener und spröder das Haar.

Das macht Sinn. Nur wie oft darf ich meine Haare dann waschen?

  • trockenes Haar: 1 bis 2 Mal pro Woche
  • fettiges Haar: 3 bis 4 Mal pro Woche
  • feines Haar: 3 bis 4 Mal pro Woche

Gut zu wissen: Lange Haare leiden oft am stärksten unter exzessiven Haarwäschen – insbesondere die Spitzen. Die ohnehin schon trockenen und spröden Enden werden durch die Überpflege nur noch trockener und spröder.

Da kommen clevere Überbrückungshilfen wie gerufen. Mit Trockenshampoo, Beanies, Hüten und Stirnbändern lässt sich der strähnige Ansatz locker noch 1 bis 2 Tage aushalten. Oder wie wäre es mit Out-of-Bed-Frisuren wie einem lässigen Messy Bun oder einem stylischem Sleek Look?

Vor dem Waschen

Kämme deine Haare vor jeder Haarwäsche gründlich durch – am besten mit einem grobzackigem Kamm. Ansonsten verknoten deine Haare schnell beim Waschen und du musst sie im nassen Zustand entwirren. Und das ist gar nicht ohne. Nasse Haare sind nämlich besonders sensibel. Zu aggressives Kämmen raut die Haarstruktur schnell auf und sorgt für Spliss und Haarbruch.

Während des Waschens

Auch unter der Dusche ist Sorgfalt geboten – gerade bei langem Haar. Am besten massierst du das Shampoo nur in den Haaransatz ein. Es verteilt sich dann automatisch bis in die Längen und Spitzen.

Auch zu heisses Wasser ist tabu. Die extreme Hitze strapaziert die Haarstruktur nur noch mehr. Mit lauwarmem Wasser bist du auf der sicheren Seite.

Tipp: Trockene Haare brauchen mehr als nur Shampoo. Zu einer reichhaltigen Spülung (Conditioner) nach dem Shampoonieren sagen sie definitiv nicht Nein. Und 1 Mal pro Woche freuen sich die Spitzen natürlich über eine pflegende Haarkur. Einfach die Haarmaske in die Längen einmassieren, 3 bis 5 Minuten einwirken lassen, gründlich ausspülen und fertig.2

Nach dem Waschen

Nasse Haare trocken rubbeln? Bitte nicht, das ist quasi das Todesurteil ihrer Schuppenschicht. In Rekordzeit raut sie auf und büsst an Glanz und Geschmeidigkeit ein. Am besten tupfst du dein Haar nach dem Waschen vorsichtig mit einem weichen Handtuch trocken oder setzt dir 5 bis 10 Minuten einen Handtuch-Turban auf. Und nicht vergessen: Bitte nicht kämmen.

Jetzt versuchst du dein frisch gewaschenes Haar, so lange wie möglich an der Luft trocknen zu lassen. So bekommen es später weniger heisse Föhnluft ab. Du bist in Eile? Dann trockne dein Haar auf niedriger bis mittlerer Föhnstufe.

Oje, nach dem Waschen steht dein Haar gefühlt in alle Richtungen ab? Keine Sorge, das kannst du retten. Einfach Leave-in-Conditioner aufsprühen, kurz einwirken lassen, mit den Fingern stylen und fertig. So schnell wird aus einem Bad Hair Day ein Good Hair Day.

Haare schonend stylen – geht das überhaupt?

Heute trendy Sleek Look, morgen lässige Beach Waves, übermorgen elegante Hochsteckfrisur – das muss schon drin sein. Sorglos greifen wir zu Lockenstab, Glätteisen & Co. – und das oft mehrmals pro Woche. Doch was meint unser Haar zu dem Styling-Marathon?

Es ist nicht ganz so begeistert. Denn stell dir vor, du wirst mit bis zu 200 Grad in Form gebracht – und das fast jeden Tag? Da kann einem schon einmal die Puste ausgehen. Kein Wunder, dass es in letzter Zeit so trocken und strohig aussieht. Seine natürliche Schuppenschicht ist am Limit, Spliss und Haarbruch nur noch eine Frage der Zeit.

Schade, musst du jetzt komplett auf Styling verzichten?

Nicht unbedingt, mit unseren Tipps & Tricks bringst du deine Haare auf sanfte Art und Weise gross heraus:

  • less is more: Du musst nicht komplett auf Föhn, Glätteisen und Lockenstab verzichten. Leg deine geliebten Styling-Tools nur öfter mal beiseite. 1 bis 2 Mal pro Woche reicht völlig aus.
  • Prävention ist alles: Schnapp dir vor jedem einzelnen Styling-Einsatz deinen Hitzeschutz und schütze die natürliche Schönheit deines Haars.
  • Frisuren mit Köpfchen: Tausche enge Synthetikgummis mit Metallstücken gegen elastische Scrunchies aus Seide ein. Das weiche Material ist nämlich eine Wohltat fürs Haar.
  • sparsam sprühen: Wusstest du, dass Haarspray dein Haar verklebt? In Massen ist das Styling-Produkt natürlich harmlos, zu viel des Guten aber hinterlässt seine Spuren.

Gut gepflegt - Wie finde ich die richtigen Produkte?

Und wieder stehst du ratlos vor den gut gefüllten Drogerieregalen auf der Suche nach der richtigen Hair Care. Aber keine Panik, gemeinsam finden wir die perfekten Alltagshelfer für dich.

Am besten stimmst du deine Pflegeprodukte auf deinen Haartyp ab. Dünnes und feines Haar kann Volumen-Produkte mit Kollagen gut vertragen. Trockenes Haar braucht dringend Feuchtigkeit wie Shea Butter, Kokosöl oder Jojobaöl. Chemische Zusatzstoffe wie Silikone, Parabene und Paraffine darfst du guten Gewissens weglassen. Fettiges Haar wünscht sich leichte Shampoos, Conditioner und Haarmasken mit Aloe Vera oder Seegras. Im Nu frischen sie den strähnigen Ansatz auf.

Mindestens genauso wichtig ist ein hochwertiges Haaröl, am besten Kokosöl. Massiere es vorsichtig mit den Fingerspitzen in die Kopfhaut ein, lass es 10 bis 20 Minuten einwirken und spüle es gründlich aus. Das Öl macht deine Kopfhaut wunderbar weich und geschmeidig. Und je weicher und geschmeidiger deine Kopfhaut, desto seidiger und glänzender dein Haar.

Achtung: Zusatzstoffe wie Silikone, Paraffine und Parabene sind mit Vorsicht zu geniessen. Anfangs zaubern sie zwar eine umwerfend weiche und geschmeidige Mähne, auf Dauer aber ersticken sie nur dein Haar. Es droht, unter der dicken Wirkstoff-Schicht zu ertrinken. Mit natürlichen Inhaltsstoffen tust du deiner Haarstruktur den grösseren Gefallen – egal ob bei voluminösem oder dünnem Haar.

Vermeintlich gute Haarpflege: -Das sind die grössten Fettnäpfchen

Hättest du gedacht, dass wir auch beim Haarewaschen immer wieder in dieselben Fettnäpfchen treten – ganz besonders in diese Fettnäpfchen:

  • Wir waschen unsere Haare zu häufig. Zu viel ist einfach zu viel.
  • Wir waschen unsere Haare zu heiss. Weniger ist unter der Dusche definitiv mehr.
  • Wir ertränken unsere Haare in Shampoo – vom Ansatz bis in die Spitzen. Warum lassen wir ihnen nicht mehr Luft zum Atmen?
  • Wir drangsalieren unsere Haare mit spitzigen Kunststoffborsten und Metallgummis.

5 Hacks für gesundes Haar

1. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung

Unser Haar ist der Spiegel unseres Innenlebens. Heimlich deutet es auf unseren Speiseplan hin. Ist er gesund und ausgewogen, belohnt es uns mit Glanz und Geschmeidigkeit. Da ist noch Luft nach oben? Dann lässt leider oft auch die Vitalität auf sich warten. Der Schopf macht einen müden und leblosen Eindruck.

Doch wie sieht eigentlich ein haarfreundlicher Speiseplan aus? Ganz einfach: Diese Lebensmittel sind herzlich willkommen:

  • frisches Obst und Gemüse (Tomaten, Spinat, Brokkoli, Lauch, Heidelbeeren, Bananen, Äpfel etc.)
  • Nüsse und Samen
  • Fisch (z.B. Hering, Lachs, Makrele)
  • weisses Fleisch (z.B. Pute)
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Erbsen)
  • 2 bis 3 Liter Flüssigkeit pro Tag

2. Richtig kämmen

Auch beim Kämmen ist Vorsicht geboten. Bitte nur im trockenen Zustand bürsten. Ansonsten schädigst du nur die sensible Haarstruktur. Bei der Kämmrichtung gibt es ebenfalls feste Regeln: Nur von oben nach unten ist erlaubt.

Die Bürste selbst spielt genauso eine grosse Rolle. Weiche Naturhaarborsten sind kratzigen Kunststoffborsten zu 100 Prozent vorzuziehen.

3. Schlafen mit Zopf

Über Nacht bindest du deine Haare locker nach oben – ansonsten verknoten sie schneller. Erste Wahl für den Gute-Nacht-Zopf sind weiche Haargummis aus Satin oder Seide.

4. Die Eigenblutbehandlung

Wusstest du, dass dein Blut ein wahrer Wachstums-Turbo fürs Haar ist? Das nährstoffreiche Plasma bringt die müden Haarwurzeln zuverlässig in Schwung. Kein Wunder, dass die Eigenblutbehandlung von Hair & Skin bei Alopezie-Patienten hoch im Kurs steht. Denn schon mit wenigen Millilitern deines Blutes lässt sich Wundervolles auf der Kopfhaut vollbringen.

5. Kein Stress

Stress ist Gift für die Haarwurzeln. Nicht ohne Grund verlieren wir in akuten Stressphasen oft überdurchschnittlich viele Haare – sei es vor der Abschlussprüfung, der Hochzeit oder dem Vorstellungsgespräch für den Traumjob.

Unser Tipp: Einfach mal locker lassen. Dann nehmen es auch deine Haarwurzeln wieder lockerer. Versuche es mal mit einer Runde Yoga, einem langen Spaziergang im Wald oder einem heissen Schaumbad. Auch ein ausgelassener Abend mit Freunden im Lieblingslokal oder ein gutes Buch können schon Wunder wirken. Einfach ausprobieren, auf den Bauch hören und treiben lassen.

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