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Haarausfall nach der Chemotherapie

Haarausfall nach der Chemotherapie

Medical Manager Dr. David Tanganho

4 min

März 22, 2023

Sich bei einer Krebserkrankung einer Chemotherapie zu stellen, ist wahrscheinlich eine der grössten Herausforderungen im Leben, und wird sowohl psychisch als auch körperlich eine sehr schwierige Erfahrung darstellen. Chemotherapie und Krebsmedikamente rufen viele Nebenwirkungen hervor. Eine der häufigsten Nebenwirkungen der Chemotherapie ist der Haarausfall, was das Selbstvertrauen zusätzlich beeinträchtigen kann. In diesem Beitrag geben wir dir Tipps zum Umgang mit Haarausfall während und nach einer Chemotherapie. Bitte beachte, dass es sich dabei um allgemeine Tipps handelt, die stets mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten abzusprechen sind.

Wieso fallen bei einer Chemotherapie Haare aus?

Der Sinn einer Krebstherapie ist es, schnell wachsende Krebszellen zu zerstören oder ihr Wachstum zu verlangsamen, um die Ausbreitung des Krebses zu stoppen oder zu reduzieren. Dabei werden oft Medikamente verwendet, die gezielt auf die Krebszellen wirken und in der Regel intravenös verabreicht werden.

Die Therapie verursacht einen Haarverlust, weil sie auf sich häufig teilende Zellen abzielt, und so auch die Haarfollikel schädigt. Der Haarverlust tritt aufgrund der Wirkungsweise der Behandlung auf, indem sie die Zellteilung stört. Die Therapie betrifft also alle teilende Zellen im Körper, nicht nur die Krebszellen. Das Ausmass des Haarausfalls oder der Chemotherapie-induzierten Alopezie (CIA) hängt von der Art des Krebses, dem spezifischen Medikament, Zytostatika sowie der Dosis und dem Behandlungsmuster ab. Bestimmte Chemotherapeutika, wie zum Beispiel die zur Behandlung von Brustkrebs, können dazu führen, dass die Haare dünner werden oder vollständig ausfallen. Einige Chemotherapeutika verursachen gar keinen oder nur eine leichte Ausdünnung der Haare.

Wann tritt Haarausfall während einer Chemotherapie auf?

Haarausfall nach einer Chemotherapie ist, wie erwähnt, eine häufige Nebenwirkung der Behandlung. Er beginnt normalerweise zwei bis vier Wochen nach Beginn der Chemotherapie, obwohl manche Krebspatientinnen innerhalb von ein bis drei Wochen beginnen, eine Verdünnung oder einen Verlust der Haare zu bemerken. Kopfhaare fallen normalerweise zuerst aus, gefolgt von Körperhaaren. Glücklicherweise ist der meiste Haarverlust durch eine Chemotherapie vorübergehend und der Haarwuchs beginnt in der Regel drei bis vier Wochen nach Ende der Therapie, sobald sich die Haarwurzelzellen von der Behandlung erholt haben.

Kommt es bei jeder Chemotherapie zu Haarausfall?

Nein, nicht jede Chemotherapie verursacht Haarausfall. Von einigen Chemotherapeutika ist bekannt, dass sie häufig Haarausfall verursachen, während andere nur einen leichten Haarverlust oder sogar gar keinen verursachen. Es ist wichtig, mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die Art der Therapie sowie möglichen Nebenwirkungen zu sprechen. Ausserdem lohnt es sich, während der Behandlung nach Möglichkeiten zur Vorbeugung und Bewältigung von Haarausfall zu fragen.

Gibt es Möglichkeiten, um Haarausfall nach Chemotherapie vorzubeugen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Haarausfall nach einer Chemotherapie potenziell zu verhindern. Allerdings ist dies von der individuellen körperlichen Verfassung abhängig und kann nicht pauschal beantwortet werden. Daher sollten Patientinnen und Patienten eine individuelle Absprache mit ihrer behandelnden Ärztin oder Arzt darüber treffen, welche Massnahmen im spezifischen Fall empfohlen werden. Folgend findest du einige Möglichkeiten, die dem Haarausfall bei einer Chemotherapie vorbeugen könnten.

Reinigung und Kühlung der Kopfhaut während einer Chemotherapie

Eine Möglichkeit besteht darin, die Kopfhaut während der Krebsbehandlung zu kühlen, wodurch die Menge der Chemotherapeutika verringert werden kann, die die Haarfollikel erreichen. Allerdings birgt das Verfahren auch ein geringes Risiko, dass der Krebs auf die Kopfhaut zurückkehrt, da die Kopfhaut nicht die gleiche Dosis an Chemotherapie erhält wie der übrige Körper. Menschen, die sich einer Kopfhautunterkühlung unterziehen, berichten, dass sie sich sehr unangenehm kalt fühlen und Kopfschmerzen haben. Kühlhauben oder Kühlkappen können laut diversen Studien jedoch eine optimale Kopfhautkühlung ermöglichen, um den Blutfluss zur Kopfhaut zu reduzieren und so den Haarausfall zu verlangsamen. Weiterführend ist es wichtig, Haare und Kopfhaut sauber zu halten und verbleibende Haare oder neuen Haarwuchs nach der Chemo sanft zu behandeln.

Verzicht auf Shampoos und Behandlung der Haare während einer CT

Der Verzicht auf Shampoos mit starken Duftstoffen, Alkohol oder Salicylsäure kann ebenfalls helfen, den Haarausfall nach einer Chemotherapie zu verlangsamen. Schliesslich ist es am besten, während der Therapie und für einige Monate danach das Färben, Dauerwellen, Bleichen und sogar Föhnen der Haare zu vermeiden. Um die Kopfhaut zu schonen, kann sich auch das Waschen mit lauwarmem Wasser anstelle von heissem Wasser positiv auswirken.

Haarausfall bei CT: Bewegung und gesunde Ernährung

Eine weitere Möglichkeit ist, während der Chemotherapie eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu fördern, um das Immunsystem zu stärken und so den Haarausfall zu minimieren. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Protein, Eisen und anderen wichtigen Nährstoffen kann die Haarwurzel und somit das Haarwachstum unterstützen und den Haarverlust reduzieren.

Wie kann man Haarausfall bei einer Chemotherapie kaschieren?

Wenn du nach Möglichkeiten suchst, den Haarausfall während der Chemotherapie zu kaschieren, gibt es einige Möglichkeiten. Das Tragen einer Kopfbedeckung während der Chemo, wie einem Schal, einer Mütze, einer Kappe oder einm Turban kann dazu beitragen, dass man sich in sozialen Situationen wohler fühlt. Es kann ausserdem hilfreich sein, die Haare vor Beginn der Behandlung kurzzuschneiden, um den Übergang zu erleichtern, wenn Haarausfall dann wirklich auftritt.

Eine weitere Möglichkeit, neben einer Kopfbedeckung während der Chemo, ist es, ein Haarersatz wie eine Perücke oder ein Haarteil zu tragen. Es gibt viele verschiedene Arten von Perücken, die je nach individuellem Stil und Vorlieben ausgewählt werden können. Auch bei der Art der Haare gibt es Auswahlmöglichkeiten. Perücken gibt es sowohl aus Kunsthaarperücken als auch als Echthaarperücken. Es ist wichtig, eine Perücke oder ein Haarteil zu wählen, das bequem sitzt und natürlich aussieht. Hier sollte man mit seiner Krankenversicherung in Kontakt treten, da manche gesetzlichen Krankenkassen Krebspatienten sogar Perücken erstatten. Weitere Informationen dazu findest du auch bei der Krebshilfe und dem Krebsinformationsdienst.

Wie lange brauchen die Haare zum Nachwachsen nach der CT?

Nach einer Chemo dauert es in der Regel einige Monate, bis die Haare nachwachsen. Die meisten Menschen sehen etwa drei bis sechs Wochen nach der letzten Behandlung weiche, flauschige Haare auf ihrer Kopfhaut. Darauf folgt in der Regel etwa ein bis zwei Monate später ein dickerer Haarwuchs. Es ist auch üblich, dass das Haar, das nachwächst, weicher ist und eine andere Farbe als zuvor hat. Um den Prozess des Nachwachsens zu beschleunigen, sollten Patientinnen und Patienten darauf achten, dass sie sich ausgewogen ernähren, Nahrungsergänzungsmittel einnehmen (nach Absprache) und sanfte Shampoos und Spülungen verwenden. Auch kann die Verwendung von kühlenden Kopfbedeckungen während und nach einer Chemotherapie helfen, Haarausfall zu reduzieren und die Chancen zu verbessern, mehr von deinem ursprünglichen Haar zu behalten.

Ein anderer Weg, das Haarwachstum nach der Chemo zu unterstützen ist eine PRP-Eigenblutbehandlung. Durch diese Therapie wird die Kopfhaut mit Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Plasma injiziert, was die Haarwurzeln mit Nährstoffen versorgt und so den Haarwuchs anregt. Bei Interesse kannst du dich an einem kostenlosen Beratungstermin bei HAIR & SKIN über deine Möglichkeiten informieren lassen.

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Fazit – Haarwuchs nach einer Chemotherapie fördern

Neben den körperlichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie kann sie auch emotionale Auswirkungen haben. Für viele Patientinnen und Patienten ist das Thema Haarausfall eine Quelle grosser Belastung und kann Unsicherheitsgefühle hervorrufen. Glücklicherweise gibt es viele Dinge, die getan werden können, um den Haarausfall während einer Chemotherapie in den Griff zu bekommen und die Chancen auf ein erneutes Wachstum zu verbessern. Wir hoffen, dass wir dir ein paar nützliche Tipps geben konnten, um den Haarwuchs nach einer Chemotherapie zu fördern.

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